Einschreibung in die Entwurfsklassen des D-ARCH


 

Details Entwurfsprogramm – Herbst Semester 2026

 

 

 

Angaben zur Professur

 

 

Lehrstuhl 

Professur S. Langenberg / Gastdozentur N. Föhn / S. Bischof

 

 

Typ 

Gastdozentur Entwurf

 

 

Standort 

HIL

 

 

Webseite 

arch.ethz.ch/departement/faculty/visiting-faculty.html

 

 

Assistierende 

Matthias Brücke, Elischa Bischof, Sarah Gemoll, Diego Zanghi

 

 

Kontakt E-Mail 

designstudioidb@ethz.ch

 

 

 

 

Angaben zur Entwurfsklasse

 

 

Typ 

Entwurf V-IX

 

 

Thema 

Wertvolle Wohnräume - Entwerfen am Baudenkmal

 

 

Beschreibung
des Entwurfs-programmes 

Knapp 50’000 Personen leben heute in Venedig. Vor hundert Jahren waren es noch rund 160’000, und jedes Jahr verliert die Stadt etwa tausend weitere Einwohner:innen. In einer vom Übertourismus geprägten Stadt mit bis zu 30 Millionen Besuchenden pro Jahr scheint das alltägliche Leben der ansässigen Bevölkerung zunehmend verdrängt zu werden: Steigende Mieten machen Wohnraum unerschwinglich, während Geschäfte des täglichen Bedarfs touristischen Angeboten weichen. Die Stadt, die seit 1987 gemeinsam mit ihrer Lagune als UNESCO-Welterbe eingetragen ist, verfügt über einen aussergewöhnlich reichen Bestand an historischen Bauten, Palazzi, Gärten und weiteren Anlagen. Deren Erhalt ist zunehmend gefährdet, wenn sie nicht touristisch genutzt oder von einer internationalen Institution getragen werden. Obwohl Venedig wirtschaftlich stark vom Tourismus profitiert, fliessen nur begrenzte Mittel direkt in die Stadtkasse. Es fehlen Ressourcen für ausreichend bezahlbaren Wohnraum und den langfristigen Erhalt des gemeinnützigen Wohnungsbestands. Auch stellt sich die Frage nach der Klimawandeladaption dieser historisch wertvollen mineralischen Stadt. Im Zentrum des Semesters steht die Anlage Casa Cardinal Piazza im Stadtteil Cannaregio. Sie umfasst zwei venezianische Palazzi des 16. Jahrhunderts entlang des Kanals Madonna dell’Orto, verschiedene Anbauten, einen prächtigen von einer Gartenmauer gefassten Garten sowie zwei vor dem 19. Jahrhundert errichtete Werkstatt- und Lagerhallen mit direktem Zugang zur Lagune. Der Komplex gilt als bedeutendes Zeugnis der historischen Wohn- und Baukultur venezianischer Residenzen. Trotz vieler Umbauten steht die Anlage aufgrund ihrer erhaltenen historischen Raumstruktur, der qualitätsvoll komponierten Fassaden, der besonderen Verbindung zum Garten sowie der erhaltenen historischen Lagerstrukturen, die für das nördliche Lagunengebiet typisch sind, unter Denkmalschutz. Von wohlhabenden Handelsfamilien errichtet und im Laufe der Zeit mehrfach wechselnden Eigentumsverhältnissen unterworfen wird die Anlage seit 1962 von einer Stiftung getragen. Heute beherbergt der Komplex ein von Nonnen geführtes Gästehaus und ein Altenheim, während die Ordensschwestern ebenfalls vor Ort leben. Künftig soll das historische Ensemble stärker für die lokale Bevölkerung geöffnet und durch zusätzlichen Wohnraum ergänzt werden. Im Semester suchen wir Wohnformen, die sich in die bestehenden Gebäude und Freiräume integrieren und zugleich den Charakter und die architektonische Qualität des Ortes bewahren. Wir untersuchen unterschiedliche venezianische Wohnbautypologien auf ihre räumliche und architektonische Eignung und entwickeln sie unter sorgfältiger Berücksichtigung des Bestands weiter. Am konkreten Ort erfassen wir Struktur, Konstruktion, Fügung und Materialität, ebenso wie Programmatik, innere Organisation und die Beziehung der Gebäude zur Landschaft. Wir lernen dabei, denkmalpflegerische Prinzipien anzuwenden, kritisch zu hinterfragen und weiterzuentwickeln. Aus der präzisen Beobachtung des Bestands entwickeln wir bauliche Narrative, die auf die räumlichen, historischen und gesellschaftlichen Qualitäten des Ortes reagieren. Ziel des Semesters ist ein architektonischer Entwurf, der sich über verschiedene Massstäbe entwickelt – vom städtebaulichen Kontext über Gebäude und Freiräume bis hin zum konstruktiven Detail. Modelle, Axonometrien und Pläne dienen dabei der kontinuierlichen Überprüfung, Weiterentwicklung und Präzisierung der Projekte. Nach einer Einführung verbringen wir in der dritten Semesterwoche vier Tage gemeinsam in Venedig (27.-30.September). Vor Ort untersuchen und vermessen wir die Anlage, besuchen Wohnbau- und Freiraumreferenzen und setzen uns mit den spezifischen Formen des Wohnens in Venedig auseinander. Begleitet wird das Semester von der Professur für Landschaftsarchitektur von Martina Voser, wodurch die Untersuchungen mit einer vertieften landschaftsräumlichen Perspektive ergänzt werden - mit Fokus auf den Umgang mit dem in Venedig allgegenwärtigen Element Wasser sowie den vielschichtigen Übergängen zwischen Innen und Aussen. --- Almost 50,000 people live in Venice today. One hundred years ago, the city was home to around 160,000 inhabitants, and it continues to lose approximately 1,000 residents every year. In a city shaped by overtourism, with up to 30 million visitors annually, the everyday life of the local population appears to be increasingly displaced: rising rents are making housing unaffordable, while shops serving everyday needs are giving way to tourist-oriented businesses. The city, which has been listed together with its lagoon as a UNESCO World Heritage Site since 1987, possesses an exceptionally rich stock of historic buildings, palazzi, gardens and other structures. Their preservation is increasingly at risk unless they are used for tourism or supported by an international institution. Although Venice benefits economically from tourism to a significant extent, only limited funds flow directly into the city budget. Resources are lacking for sufficient affordable housing and for the long-term preservation of the publicly supported housing stock. At the same time, the question arises as to how this historically valuable mineral city can adapt to climate change. The focus of the semester is the Casa Cardinal Piazza complex in the Cannaregio district. It comprises two 16th-century Venetian palazzi along the Madonna dell’Orto canal, various additions, a magnificent garden enclosed by a garden wall, as well as two workshop and storage buildings constructed before the 19th century, with direct access to the lagoon. The complex is an important testimony to Venice’s architectural heritage and historic residential culture. Despite numerous alterations, it is protected as a historic monument due to its preserved historic spatial structure, the high quality of its façades, its distinctive relationship to the garden, and the surviving historic storage structures characteristic of the northern lagoon area. Originally built by wealthy merchant families and subject to several changes of ownership over the course of its history, the complex has been managed by a foundation since 1962. Today, it houses a guesthouse and a care home run by nuns, who also live on the premises. In the future, the historic ensemble is to be opened up more extensively to the local population and supplemented with additional housing. During the semester, we will explore forms of housing that can be integrated into the existing buildings and open spaces while preserving the character and architectural quality of the site. We will examine different Venetian residential typologies for their spatial and architectural suitability and develop them further with careful consideration of the existing fabric. At the site, we will study its structure, construction, assembly and materiality, as well as its programme, internal organisation and the relationship between the buildings and the landscape. In doing so, we will learn to apply, critically question and further develop principles of heritage conservation. Through precise observation of the existing fabric, we will develop architectural narratives that respond to the spatial, historical and social qualities of the site. The aim of the semester is an architectural design project developed across different scales—from the urban context to buildings and open spaces, and ultimately to the constructive detail. Models, axonometries and drawings will serve as continuous tools for testing, developing and refining the projects. Following an introduction, we will spend four days together in Venice during the third week of the semester (September 27-30). On site, we will study and survey the complex, visit references in residential architecture and landscape design, and engage with the specific forms of living in Venice. The semester will be accompanied by the Chair of Landscape Architecture led by Martina Voser, adding a deeper landscape-oriented perspective to the investigations—with a particular focus on engaging with water, an omnipresent element in Venice, and on the complex transitions between interior and exterior spaces.

 

 

Thematische und methodische Schwerpunkte 

Entwurf, Konstruktion, Landschaftsarchitektur, Handwerk, Denkmalpflege

 

 

Lernziele 

Die Bedeutung von Forschung und sorgfältiger Beobachtung für die Bewertung der gebauten Umwelt erkennen. Verborgenes Potenzial und qualitative Merkmale der gebauten Umwelt identifizieren – als Grundlage für verantwortungsvolles Handeln. Entwurfskonzepte aus dem Bestand entwickeln, die mit den Grundsätzen des Denkmalschutzes vereinbar sind. --- Recognise the importance of research and careful observation when evaluating the built environment. Identify the hidden potential and qualitative characteristics of the built environment – as a foundation for responsible action. Develop design concepts from existing structures that are compatible with the principles of preservation.

 

 

LV-Nr. des Entwurfs 

052-0923-26

 

 

Unterrichts-sprache 

deutsch

 

 

Arbeitsweise 

Nur Gruppenarbeit

 

 

Daten Zwischenkritiken 

13.10.26, 17.11.26, 18.11.26

 

 

Datum Schlusskritik 

15.12.26, 16.12.26

 

 

Einführungs-veranstaltung 

15.09.26

 

 

Zusätzliche Kosten 

CHF 350 (Schätzung, ohne allfällige Kosten für Modellbau und Seminarwoche)

 

 

Verfügbare Plätze 

42

 

 

Plakat des Entwurfs-programmes 

Plakat ansehen (PDF Datei)

 

 

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