Einschreibung in die Entwurfsklassen des D-ARCH


 

Details Entwurfsprogramm – Frühlings Semester 2026

 

 

 

Angaben zur Professur

 

 

Lehrstuhl 

Gastdozentur L. Bollinger

 

 

Typ 

Gastdozentur Entwurf

 

 

Standort 

HIL

 

 

Webseite 

arch.ethz.ch/departement/faculty/visiting-faculty.html

 

 

Assistierende 

Allegra Stucki, Agnieszka Łatak, Guillaume Guisan

 

 

Kontakt E-Mail 

guisan@arch.ethz.ch

 

 

 

 

Angaben zur Entwurfsklasse

 

 

Typ 

Entwurf V-IX

 

 

Thema 

Staufen!

 

 

Beschreibung
des Entwurfs-programmes 

Ein kreisrunder, magisch anmutender Hügel, wie ein Vulkan, wie ein Walfisch, mit einer Kirche, und darunter ein Dorf, nicht Stadt, nicht Land. Daneben ein Städtchen am Fluss und ein Schloss. Staufen im Kanton Aargau ist Dorf, aber auch ein Quartier von Lenzburg, mit dem es schon längst zusammengewachsen ist. Ländliche Gemeinden stecken offensichtlich in einer Krise: «Das Dorf» ist Metapher, Symbol, und auch eine städtische Fantasie, gefüttert von der Sehnsucht nach einem gemeinschaftlichen, naturnahen Leben. Das Fehlen eines zeitgemässen Narrativs für das Leben auf dem Lande ist auch Ausdruck unserer Abspaltung der Natur. Nach einem ersten Jahr, in dem wir systemische Grundgesetze eines «prototypischen» Dorfes wie Arni untersucht und spezifische Eigentümlichkeiten von Hüttikon erkundet haben, betrachten wir im zweiten Jahr das Dorf nicht mehr von aussen mit dem Fokus eines umfassenden Panorama, sondern aus einem inneren, intimeren Blickwinkel. Nachdem wir im letzten Semester mit Linn ein 100-Seelen-Dorf betrachtet haben, interessiert uns mit Staufen nun die prosperierende Agglomeration. Wir richten unsere Aufmerksamkeit auf suffiziente Dorfstrategien und Prozesse der Koexistenz. Dabei untersuchen wir die bereits gebaute Gebäudestruktur und beschäftigen uns speziell mit Umbauen und Weiterbauen. Wir spüren der starken räumlichen und landschaftlichen Identität des Ortes nach und analysieren, wie die zwei Siedlungsstrukturen von Staufen und Lenzburg – Dorf und Stadt – wachsen und sich miteinander verweben. Zwischen dem Staufberg, den Neubauten neben den letzten Ackerfeldern, der Weite der Ebenen und den Strassen von Lenzburg versuchen wir zu verstehen, wie Nachbarschaften gedeihen. Wir lernen, den Blick auf die BewohnerInnen zu lenken – menschliche und nichtmenschliche, ganzjährige und saisonale. Wir versuchen, die unsichtbaren Netzwerke und Synergien, die uns umgeben, zu erkennen. Wie manifestieren sich Knotenpunkte und Verflechtungen in der gebauten wie auch unbebauten Realität des Dorfes? Der Massstab eines einzelnen Wesens, Raums oder Elements soll dabei als Ausgangspunkt unserer Explorationen dienen – der eigene Körper als Kompass. Mit offenen Augen entdecken wir poetische Zwischenräume, unbekannte Wohnformen, unerwartete Stimmungen und beschäftigen uns mit haptischen und realen Aspekten, welche wir mit allen Sinnen aufnehmen wollen. Wir verstehen Architektur als körperliche Erfahrung und verorten uns in einer zeitlichen Kontinuität. Unsere Interventionen fördern neuartige Lebens-, Bauformen und räumliche Qualitäten, schaffen unerwartete Nähe und artenübergreifende Inklusivität. Wir wollen das Dorf neu denken: dichter, lebhafter und andersartig. Wir legen den Fokus auf das Lebendige: auf die Veränderung, auf das Altern von Materialien und Gebäuden, auf die Fügung und Begegnung von unterschiedlichsten Elementen und Bauteilen, auf das Wachsen einer Idee im Entwurf. Methodik Zwischen Analyse und Projekt wird in unserem Studio nicht unterschieden. Der Prozess der Dokumentation und Erkenntnis ist gleichzeitig ein Produkt des Entwurfs. Durch kritische Auseinandersetzung mit dem Ort, den BewohnerInnen, der Recherche, den Texten und weiteren Dokumenten sollten Anhaltspunkte für ein mögliches Projekt früh entdeckt werden. In unserer internen Studioversammlung – angelehnt an die urdemokratische Gemeindeversammlung – wollen wir ein gemeinsames Regelwerk erarbeiten, das uns Raum für neue, andersartige architektonische Interventionen im Dorf bietet. Hier wird argumentiert, gestritten, es werden Kompromisse gefunden, neue Ideen verfochten und ein Zusammenspiel aller Interventionen und Interessen ausgehandelt. Alle unsere Untersuchungen werden wir handwerklich begleiten. Der Fokus unserer Arbeitsweise liegt dabei weniger auf dem Produkt als auf dem Prozess. Arbeitsdokumente – Zeichnungen, Bilder, Modelle – als Abbilder des «Bauen im Bestand» werden im Laufe des Semesters ständig transformiert, ergänzt, demontiert, … manchmal grob, manchmal präzise. Wir suchen nach der Schönheit des Rohen und Direkten. Jede Woche werden wir eine gemeinsame Übung praktizieren, um das handwerkliche Arbeiten zu kultivieren. Budget: Für das Semester wird ein zusätzlicher Beitrag von 25.- verlangt.

 

 

Thematische und methodische Schwerpunkte 

Entwurf, Konstruktion, Landschaftsarchitektur, Dorfbau, Handwerk, Politik

 

 

Lernziele 

· Eine persönliche, selbstkritische Haltung entwickeln und vertreten · Hinterfragen, kritisches Denken einüben · Aktive Mitwirkung in der Studioversammlung einüben: Ideen und Werte vertreten, Argumente formulieren, verhandeln, Kompromisse eingehen und daraus gemeinsame weiterführende Ziele entwickeln ‬· In die Selbstverantwortung treten, aktiv an der Gestaltung der Umwelt teilnehmen · Fachübergreifender und themenspezifischer Wissenserwerb‬ (Gesellschaftsfragen zur Politik, Geschichte, Soziologie, Nachhaltigkeit, Ökologie, Architektur, Konstruktion, u.a.) · Sorgfältiges Beobachten, sensibles Analysieren, präzises Dokumentieren · Intuitionen folgen, interpretieren und in ein verständliches Entwurf-Narrativ übersetzen · Simultan in mehreren Massstäben denken: Von der territorialen Karte zum konstruktiven Detail · Einen dorfbaulich und ar­chitektonisch qualitätvollen Entwurf aus einer eigenständigen Idee mit Bezug zu Staufen erarbeiten · Geeignete Darstellungs- und Kommunikationsmittel für den eigenen Entwurf und die Erkenntnisse aus der Analyse wählen und ausarbeiten · Handwerkliche Expressivität und Liebe zum prozesshaften Detail entwickeln · Sich adäquate, aussagekräftige Ausdrucksformen in Modell, Zeichnung oder anderem aneignen · Graphische Standards umdeuten, analoge und digitale Darstellungsformen mischen · Abstraktionsvermögen zur Darstellung des Wesentlichen entwickeln

 

 

LV-Nr. des Entwurfs 

052-0589-26

 

 

Unterrichts-sprache 

Deutsch

 

 

Arbeitsweise 

Einzel- und Gruppenarbeit, davon 5 oder mehr Wochen Gruppenarbeit

 

 

Daten Zwischenkritiken 

Mi. 11.03.26; Di. 21. und Mi. 22.04.26

 

 

Datum Schlusskritik 

Di. 26. und Mi. 27.05.26

 

 

Einführungs-veranstaltung 

Di. 17.02.26, 10.00h, HIL D15

 

 

Zusätzliche Kosten 

CHF 50 (Schätzung, ohne allfällige Kosten für Modellbau und Seminarwoche)

 

 

Verfügbare Plätze 

26

 

 

Plakat des Entwurfs-programmes 

Plakat ansehen (PDF Datei)

 

 

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